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Groß-Umstadt: Zum vierten Mal traf man sich schon in diesem Jahr zum Kleinkunstabend im Gruberhof. Das Programm wurde diesmal mit einem Auftritt von „Norfolk & Goode“ eröffnet. Ein Duo, das anspruchsvolle Oldies und witzige Unterhaltung liebt.

Graham Norfolk, der Spaßmacher des Duos, erzählt seine lustigen Begebenheiten in einem Lancashire-Dialekt, gewürzt mit hessischem und bayrischem Slang, was den Anekdoten eine ganz besondere Note verleiht.

Das Publikum jedenfalls zeigte sich restlos begeistert. Dafür spielte Joe Goode voller Inbrunst seine Gitarre und verlieh der Session das Coming Out einer erfolgreichen Zusammenarbeit. Man begann mit den Songs „Shame“ von Jimmy Reed und dem „Mercury Blues“ von Alan Jackson. Der Ford Mercury war für viele Amerikaner ein bezahlbares Traumauto und Graham Norfolk wusste von diesem Dream Car eine hübsche Episode zu erzählen. Das sentimentale Lied „Low Budget“ in der folgenden musikalischen Sequenz erzählte die Geschichte der Arbeiterstadt Preston, in der Graham Norfolk einst aufwuchs. Es handelte von den zahlreichen Schornsteinen, die ihren schwarzen Rauch unaufhörlich in den Himmel bliesen. Selbst den Regenbogen erlebte der heranwachsende hoffnungsvolle Musiker anstatt in bunten Farben nur in einem tristen schwarz-weiß. Seinen Humor wussten an diesem Abend auch die Gäste im Gruberhof zu würdigen und spendeten immer wieder frenetischen Applaus. Von den Dire Straits spielte man den Titel „Sultans Of Swing“ aus dem Jahre 1978. Ein Werk, das eine der Sternstunden perfekten Gitarrenspiels ist. Dafür gab es Standing Ovations der begeisterten Kleinkunstgäste. Als Zugabe spielte man schließlich noch den „Summertime Blues“, gespickt mit einer kleinen Showeinlage, die Dieter Bohlen bestimmt sprachlos gemacht hätte.

D. Johmann, Odenwald-Zeitung